Wer kann das denn noch ernst nehmen?
Zugegeben: Bild und Spiegel ist die Übergewichts-Panik immer wieder eine bierernste Schlagzeile wert. Aber ein kritische, leicht genervte Haltung zur ständigen Neuauflage der Übergewichts-Panik ('Ohgottohgottohgott!!') kommt inzwischen schon am Rand bzw. in der Avantgarde der Mainstream-Medien an.

Komplett mit Religionsvergleich. Auch wenn man da noch nicht weiß, mit welcher Sünde und Höllendrohung genau man das dauernde Geheul wegen Übergewicht und BMI denn vergleichen soll. Dabei ist es ganz einfach. Fat is the new sex als Kardinalsünde der Frauen und Objekt einer Autoagression, die jedes Potential zu echter Aggression nach innen lenken soll.

Und nein, ich glaube nicht an eine absichtliche Verschwörung. Ich glaube sowieso nicht an Verschwörungstheorien. Es scheint nur, dass eine Gesellschaft sich immer wieder Methoden sucht, um die Energie der individuellen Mitglieder zu binden, um kreative Veränderungen zu unterbinden. Und zur Zeit ist die Fett-Angst, der faschistoide Dicken-Hass (lest bloß nicht die Kommentare zu dem Artikel!) und die obsessive Beschäftigung mit der eigenen Gesundheit (die uns frei nach Woody Allen 'noch alle ganz krank macht') die beliebteste Methode der Energie-Ableitung.

Bis vor wenigen Jahrzehnten war das halt die (gern auch religiös motivierte und unterstützte) Kontrolle des Sexualtriebs.

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